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Communiqués
Communiqué 06.09.2008
06.09.2008
Autor: VSHF

Meldung vom 03.09.2008 sf/sda/buet (leicht geändert)

 

 

SCHWEIZER  HANF HILFT GEGEN FEUERBRAND

Bauern melden Behandlungserfolg

 

Thurgauer Obstbauern haben im Kampf gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand Erfolge mit einem Absud aus Hanfblüten, Alkohol und Wasser erzielt. Jetzt will die Forschungsanstalt des Bundes der Sache auf den Grund gehen.

Eduard Holliger, Feuerbrand-Experte bei der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil, sagte der Sendung «10vor10» von Schweizer Fernsehen, sein Institut plane mit Bauern und den Kantonen für 2009 eigene Versuche mit dem Hanfabsud. Anschliessend werden die Resultate mit jenen anderer Präparate verglichen. Auch 2010 sollen die Hanfversuche gegen den Feuerbrand weitergeführt werden.

 

Feuerbrand-Kontrolle bestätigt Erfolg

Obstbauern berichteten von grossen Erfolgen mit dem Hanfabsud. Die Hochstamm-Obstbäume von Bauer Elmar Ullmann (Eschenz/TG) etwa hätten wegen der Krankheit gefällt werden müssen. Er habe zweimal innert zehn Tagen Hanf gespritzt, sagte er «10vor10». Heute sind seine Bäume gesund, was auch das Protokoll der Thurgauer Feuerbrand- Kontrolle bestätigt.

 

Die Behandlungserfolge der Ostschweizer Obstbauern mit Hanf geben gemäss «10vor10» auch den Imkern Hoffnung. Wie Richard Wyss, der Präsident des Schweizer Imkerverbandes sagte, müssen die Bienenhalter dieses Jahr drei Tonnen Honig entsorgen. Der Honig ist mit dem Antibiotikum Streptomycin verunreinigt, das zur Bekämpfung des Feuerbrandes dient. Das Mittel war in diesem Jahr in diversen Obstanlagen versprüht worden. 

 

Freiburger Obstbauer rettet seine Obstanlage

Mitte Mai bekam Herr Ernst Schwab (Kerzers) vom kantonalen Landwirtschaftsamt den Befehl, seine 6000 m2 grosse feuerbrandbefallene Obstanlage (Niederstamm-Apfelbäume) zu roden. Der Bauer rodete wie befohlen die Anlage, schonte jedoch 60 Bäume, die er sofort mit Hanfabsud bewässerte und bespritzte. Heute stehen die Bäume kerngesund da.

 

Schadenersatzklage

“Hätte ich sie sofort mit Hanfabsud behandelt, stünde meine Obstanlage noch gesund da”, kommentiert der Bauer. Programmiert ist jetzt eine Schadenersatzklage gegen den Staat Freiburg, weil dieser nicht informiert hat, dass mit Hanfabsud der Feuerbrand wirksam bekämpft wird, wie etliche Praxisbeispiele in Anlehnung an die Fachliteratur aufweisen.

 

Mehr zum Thema: Communiqué vom 04.07.2008 und Communiqué vom 08.08.2008

 

VSHF

 


 Freiburger Nachrichten vom 12. Juni 2008

 

Hunderte Bäume mit Feuerbrand infiziert


Auf der Apfelplantage von Ernst Schwab sind rund 700 Bäume mit Feuerbrand infiziert und müssen verbrannt werden.

 

«Ich hatte immer grosse Angst davor, dass genau das hier eines Tages passieren wird», sagt Kurt Künzi. Der Friedhofsgärtner hilft für die Gemeinde Kerzers bei der Rodung der vom Feuerbrand befallenen Apfelbäumchen. Ganze 700 Stück sind derzeit von einer Epidemie betroffen und müssen an einer dafür vorgesehenen Stelle im Wald verbrannt werden. «Rund 25 verschiedene Baumsorten sind erkrankt», so Künzi. «Die ersten Anzeichen sah man vor 14 Tagen», erinnert sich Ernst Schwab, auf dessen Obstbauanlage sich die Krankheit ausgebreitet hat. Es hätte keine Chance gegeben, die Bäume noch zu retten, sind sich Schwab und Künzi einig.


Nur beschränkt Antibiotika
«In vielen Obstanlagen wird das Antibiotikum Streptomycin gegen den Feuerbrand eingesetzt», weiss Schwab, der die Entwicklung der Krankheit seit vielen Jahren verfolgt. Dass er auf Streptomycin verzichtet habe, sei nicht sein Fehler, erklärt Schwab. Da zwischen seiner Anlage und dem nächsten Haus weniger als 50 Meter liegen, hätte er das Mittel nur beschränkt einsetzen dürfen. Stattdessen hat Schwab seine Bäume in diesem Frühjahr drei Mal mit einem biologischen Schutzmittel besprüht. «Genützt hat es nichts», sagt der Obstbauer konsterniert.


Es ist bei weitem nicht nur der Betrieb von Ernst Schwab, der Kurt Künzi ernsthaft Sorgen bereitet.  «Die Gemeinde wird eine Grosskontrolle aller Obstbäume organisieren, bei der mich eine Forstequipe unterstützt», kündigt er den nächsten Schritt an. Klar ist gemäss Künzi aber schon jetzt, dass in Kerzers auch Quittenbäume in hohem Ausmass befallen sind. «Im August werden dann noch die ebenso gefährdeten Zierpflanzen kontrolliert», so Künzi.


Noch nicht bezifferbar
Ernst Schwab sorgt sich derweil vor allem um die Zukunft seines Betriebs. Den finanziellen Schaden kann er noch nicht beziffern. «Junge Apfelbäume bringen erst ab dem fünften Jahr einen Ertrag ein, der die Kosten deckt», nennt er eine Faustregel. Der für solche Fälle zugesicherte Beitrag von Bund und Kanton wird den Ertragsverlust nicht decken können. «Es steckt enorm viel Arbeit in dieser Anlage», erzählt Schwab, der seit zwölf Jahren auf den Obstanbau setzt.

 

«Die einzige Möglichkeit, den Feuerbrand zu bekämpfen, ist die konsequente Vernichtung aller befallenen Pflanzen», sagte Dominique Ruggli von der kantonalen Zentralstelle für Obstbau. Der Fall in Kerzers sei der erste ihm bekannte Befall in diesem Ausmass. Noch sei nicht absehbar, ob der Feuerbrand im Kanton Freiburg dieses Jahr noch verheerender wird als im Rekordjahr 2007. «Viele Schäden werden wohl erst in den nächsten Wochen sichtbar», befürchtet Ruggli.

mk/hus [12.06.08]



Ernst Schwab beim Roden seiner Obstanlage


 
 
Der VSHF unterstützt Anbau und Vertrieb von einheimischem Agrar- und Industriehanf (sativa).
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