Die rubrizierten Journalisten argumentieren uns in die Steinzeit zurück.
Ihre Beiträge werden gegen jede wissenschaftliche Sorgfalt gefällt.
Volksverdummung auf hohem Niveau ist angesagt, während die botanischen,
gesundheitlichen und juristischen Aspekte des Hanfes auf allen Niveaus
spürbar tiefer gelegt werden bis hin zur Nichtigkeit. Autozensur
und durch Unwissen entstandene Nachrichten wirken sich negativ auf
den Meinungsbildungsprozess aus.
Tatsächlich wissen heute die Schweizer Medienkonsumenten über
die echten Gegebenheiten von Hanf und Gesetz weniger als vor acht
Jahren, als der VSHF das Wiederaufleben des Hanfanbaus in der Schweiz
initiierte. Man stelle sich vor, dass in einem muselmanischen, also
alkoholfeindlichen Land die Polizei Traubenkernen beschlagnahmt,
mit der Begründung, dass man daraus Cognac gewinnen könnte.
Die schweizerischen Journalisten hätten des Hohn nicht genug
für solchen Obskurantismus. Wenn aber in der Schweiz die harmlosen
Hanfsamen einem suchtgefährlichen Betäubungsmittel wie
Diazethylmorphin gleichgestellt und beschlagnahmt werden, da wird
medienseits nichts bemängelt, nicht protestiert, nur zur Kenntnis
genommen und publiziert, als ob Samen zu verbieten die natürliche
Ordnung der Dinge sei.
Kritische Haltung gegenüber Behördenaussagen, der Sinn
für Nuancen ist erodiert, der Raum der konkreten Alltagserfahrung,
der eigenen journalistischen Wirklichkeitserfahrung verödet.
Ausschliesslich die Oberfläche ist von Interesse...
Eine immer wieder gemachte Feststellung: Wo in Sachen Hanf am wenigsten
die Wahrheit zur Geltung kommt, da wird allgemein und sehr wortreich
mehr Gerechtigkeit verlangt, mehr Ehrlichkeit, mehr Transparenz...
aber immer nur unter der Bedingung, dass es um Ereignisse geht,
die sehr weit in der Vergangenheit zurückliegen, oder in die
Zukunft verlagert sind, oder aber geografisch sehr entfernt sind
- exemplarisch dafür sind der 'Tages-Anzeiger' und die WOZ.
Der seit 1996 stark angestiegene Obskurantismus mit und um Hanf
ist den Medienschaffenden der Rubrik 'cave scribendem' zu verdanken.
Alle verlangen sie lautstark nach 'Liberalisierung' des Hanfes und
keiner getraut sich zu sagen, dass der Hanf laut geltendem Gesetz
frei ist. Wahrlich, man denkt an jenen Journalisten, der Zeuge einer
Vergewaltigung ist, empört darüber berichtet, es sei eine
Schande usw, sich aber wohl hütet, den daliegenden Knüppel
zu nehmen, um den Vergewaltiger zu neutralisieren. Denn, wenn die
Vergewaltigung aufhört, worüber will der Journalist dann
schreiben?